Der Oldenburger Jugendchor ist bereits seit mehreren Generationen
ein Treffpunkt für Jugendliche der Stadt und des Landkreises Oldenburg.
Zur Zeit besteht der Jugendchor aus etwa 30 Mitgliedern im Alter von 14-27 Jahren,
darunter Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende und junge
Berufstätige, die sich immer freitags von 18:00 bis 20:45 Uhr zum gemeinsamen Proben im Herbart-Gymnasium treffen. Intensiviert wird die Probenarbeit durch gelegentliche Probenwochenenden und
Stimmproben.
Mit seinen vielfältigen Programmen bereichert der Oldenburger Jugendchor v.a. die Kulturszene in
Oldenburg und Umgebung durch regelmäßige Konzerte. Einige Rundfunk- und CD-Aufnahmen haben den Wirkungskreis
erweitert.
Die musikalische Arbeit umfasst die A-cappella-Literatur von der Renaissance bis zur Gegenwart; gelegentlich
stehen auch instrumental begleitete Werke auf dem Programm. Größere aufgeführte Werke sind u.a. Schützens
Weihnachtshistorie
, Distlers Weihnachtsgeschichte
, Brittens A Ceremony of Carols
, die Deutsche Messe
von H. Genzmer, H. Kratochwils Missa nova
das Magnificat
und das Te Deum
von A. Pärt. 1999 kam das Requiem
von W. A. Mozart in der Rekonstruktion von R. Maunder hinzu, das zusammen mit der Choralkantate Verleih uns Frieden
von Felix Mendelssohn-Bartholdy als Konzertmitschnitt bei Musicom (Münster) auf CD vorliegt. Beim Europa-Cantat-Festival
in Nevers im Sommer 2000 wirkte der Chor an der Aufführung von Der Lindberghflug
von Kurt Weill unter der Leitung
von André Ducret mit. Im Sommer 2001 folgte eine Süddeutschlandtournee mit insgesamt sechs Konzerten.
In den ersten Jahren nach der Gründung des Chores
(1945 durch Kurt Wiesemann) bot die Gemeinschaft des Chores vielen jungen Menschen weit über das
eigentliche Chorsingen hinaus freundschaftlichen Halt, Geborgenheit und Unterstützung beim Neubeginn
in den Nachkriegsjahren. Aus diesem Erlebnis erwuchs die langjährige Verbundenheit vieler ehemaliger
Chormitglieder der frühen Generation bis auf den heutigen Tag.
Heinz Kanngießer, der den Chor von 1953 an 26 Jahre lang leitete, begeisterte auch in den für viele
junge Chöre eher schwierigen späten Sechzigern und Siebzigern immer wieder zahlreiche Jugendliche für
das Chorsingen. Der Chor hatte unter seiner Leitung aktiven Anteil an der aufblühenden deutsch-französischen
Freundschaft. Auch der erste Europa-Cantat-Besuch (Nevers, 1964) beruhte auf der Initiative des Oldenburger
Schulmusikers.
1979 übernahm Gerd Meyer, wie beide Vorgänger Schulmusiker am Gymnasium Graf-Anton-Günther-Schule Oldenburg,
die Leitung des Chores. Neue Kontakte und Chorfreundschaften besonders nach Ungarn, Israel und Spanien entstanden,
die fortdauernd gepflegt werden. Daneben setzte Gerd Meyer die bis heute kontinuierliche Reihe der
Europa-Cantat-Besuche fort, so dass der Chor inzwischen zahlreiche Länder Europas bereiste.
Von 1996 bis 2002 leitete Thomas Busch den Oldenburger Jugendchor; damit wurde zum vierten Mal ein Schulmusiker
desselben Gymnasiums zum Leiter des Chores gewählt.
Seit dem Sommer 2002 leitet Svetlana Gelbard den Oldenburger Jugendchor. Damit wurde zum
ersten Mal eine Frau zum Leiter des Chores gewählt. Im Herbst 2002 wurde bereits
A. Vivaldis Gloria
in zwei Konzerten aufgeführt. Dabei wurde der Chor durch das Kammerorchester HATIKVA
aus
Frankfurt begleitet.
Im Sommer 2003 nahm der Chor traditionell am europäischen Chorfestival Europa Cantat
in Barcelona teil.
Dort beteiligte er sich an dem Atelier Jazz-Vocal
unter der Leitung von Matthias Becker. Weiterhin wurden zwei
eigene Konzerte, darunter ein Open-Air-Konzert, veranstaltet.
2005 war das Jahr des 60jährigen Jubiläums des Oldenburger Jugendchores. Dies wurde an einem Wochenende im Blockhaus Ahlhorn gemeinsam von allen bisherigen Chorgenerationen gefeiert. Außerdem pflanzten die aktiven Choristen am 22. Dezember an der Mühlenhunte im Oldenburger Schlossgarten den OJC-Baum
.
2006 reiste der Oldenburger Jugendchor wieder zu Europa Cantat
. Das Festival fand in diesem Jahr in Mainz statt. Der Chor probte im Atelier von Robert Sund das Requiem
von Nils Lindberg, das mit Begleitung der PHOENIX Foundation
öffentlich in der Christuskirche in Mainz aufgeführt wurde.